Logbucheintrag vom 09.09.2017


schön langsam aber doch zeigt Marokko seine härteren Zeiten .. 5:15 Frühstück … das ist einfach zu früh zum Essen, aber ich weiß, dass es wichtig ist, genug im Magen zu haben, um ein wenig Energie für den Gipfelsturm zu haben. Ich zwinge mich also trotz mangelndem Hunger zum Frühstück, wenn auch nur ein kleines.

Es geht also los. Es ist noch nicht wirklich hell, aber man kann den Weg auch ohne Stirnlampe schon erkennen. Die Sonne kommt schön langsam hervor. Ich merke schon früh morgens, dass ich nicht fit bin –  die Nase rinnt, der Hals kratzt und ich fange irrsinnig leicht zum Schwitzen an. Das waren keine guten Vorzeichen für die nächsten Tage.

Der Aufstieg war zuerst recht steil, nichts desto trotz war mir wahnsinnig kalt, dann wurde mir richtig heiß. Ich konnte nur erahnen, was mein Körper gerade durchmachte. Aber ich wollte wirklich auf diesen ersten 4000er rauf.

Ich kann Khalid heut nicht folgen, er ist heut einfach zu schnell für mich. Aber unsere deutschsprachige Reisebegleiterin und Bergführerin Nadine bleibt bei mir und geht mit mir in meinem Tempo rauf auf den Gipfel. Summit am Djebel Ifrouan!

Ein Wahnsinnsgefühl oben zu stehen, nachdem man glaubte, es nicht zu schaffen. Jutta, eine aus unserer Mannschaft, hat kurz unter dem Gipfel aufgegeben, auch sie hatte zu kämpfen, aber mehr mit dem Geröll.

Dann kam der Abstieg über eine Geröllrinne. Normalerweise kein Problem, aber wenn man bereits ziemlich angeschlagen ist, kann auch das zum Problem werden. So versuche ich die Rinne runter zu surfen und schwups eine Unachtsamkeit und Knöchel angeknackst.  Der restliche Abstieg gestaltete sich dann auf Grund der Gesamtumstände alles andere als lustig.

Um viertel 2 kamen wir nach 6 statt geplanten 8 Stunden im Camp an, wo uns Peter einer unserer Mitreisenden, der den ersten Viertausender ausgelassen hatte, bereits erwartete, um von uns zu erfahren, wie es denn gewesen war.

Beim Aufstieg hatte mein Handy kurz Empfang und ich freute mich über eine Nachricht von zuhause und dass alle offenbar wohl auf waren.

Abends verschlimmerte sich die gesundheitliche Situation. Nachdem Khalid uns ein Berber-Märchen nach dem Abendessen vorgelesen hatte, bin ich mit relativ hohem Fieber, starken Halsschmerzen und Kopfschmerzen auf meine Matte im Schlafsack eingeschlafen.

Zum Abendessen gab es Berber-Nudeln, das sind Fadennudeln, wie man sie bei uns aus der Suppe kennt, mit Zimt, Zucker und geriebenen Nüssen abgeschmeckt, war wirklich gut, trotz meiner Abgeschlagenheit.

Zitat des Tages: Nit mei Tag!

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Summit am Djebel Ifrouane

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Knöchel angeschwollen nach Geröllrinne

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nachts im Zelt mit Fieber

Kategorien:Allgemein, MarokkoSchlagwörter:, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

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