Logbucheintrag vom 11.09.2017


Heute wurden wir belohnt mit einem herrlichen Bergsee.

Um 7:45 gab es ein wie üblich herrliches Frühstück am schönen Campingplatz. Mit Stühlen und Tischen war das Essen schon richtig ungewohnt. Das Frühstück war reichlich wie immer mit verschiedenen Marmeladen, eine Schokocreme, Müsli, Streichkäse, frisch gebackenem Brot, Orangensaft, Kaffee und Tee. Es mangelt uns kulinarisch wirklich an nichts, für jeden war einfach immer etwas dabei.

Heute ging es in angenehmen Tempo 700 Höhenmeter rauf.

Peter, unserem Mitstreiter, geht es nicht so gut, er hat große Probleme mit dem Rücken. Ich überlege schon wie ich ihm helfen kann, außer mit Schmerzmedikamenten, aber irgendwie habe ich kein Physiotape mit, um ihn mit einer Memorytape Auflage wieder gerade zu richten. Ich stell mir das sehr mühsam vor mit solchen Schmerzen zu wandern.

Wolfgang unser Lehrer kommt irgendwie nicht aus seiner Rolle raus und ist bemüht uns alle zu lehren und vor allem zu belehren. Aber wie schon Oscar Wilde feststellte:

Ich bin immer bereit zu lernen, aber nicht immer, mich belehren zu lassen.

Oscar Wilde

(1854 – 1900), eigentlich Oscar Fingal O’Flahertie Wills, irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor

In diesem Sinne krachten zwei Welten heute aufeinander. Wolfgang jener Mensch, der die neue Technik als böse hinstellte und dass man das alles nicht brauche und mich als technikbegeisterte Person, die auch gerne die Eckdaten einer Route wissen wollte um euch daran teilhaben lassen zu können.

Am Lac d’ifni angekommen, war ich begeistert von diesen wunderschönen Kontrasten der Landschaft und ärgerte mich doch tatsächlich darüber nicht die Systemkamera gekauft zu haben, die Photos nahe an denen einer Spiegelreflex machen hätte können ohne gleich so schwer zu sein. Naja ich habe trotzdem versucht, diese geniale Landschaft einzufangen.

Am See angekommen – es hatte ca. 35 Grad an diesem Tag – beschlossen wir Mädels den See zu testen und wagten uns in den Bergsee (Anmerkung im Nachhinein: Hätt ich mal nicht machen sollen, denn das hat meine Gesundheit nicht gerade verbessert 🙂 ) Wie die Bergseen nun mal so sind, hatte auch dieser nicht gerade Badewannentemperatur. Aber wir waren danach erfrischt und wieder sauber.

Das mit der Sauberkeit auf den Trekkingreisen ist ja so eine Sache. Man sollte nicht zimperlich sein. Es gilt das Motto zurück zur Natur – eine biologisch abbaubare Seife und ein Bach müssen im Normalfall reichen. Wenn man Glück hat, führ der Bach auch einigermaßen genügend Wasser um sich anständig zu reinigen. Ab und an kann man auch sein Shirt und co im Wasser ausschwemmen und waschen. Nach Rosenduft wird man wohl trotzdem nach ein paar Tagen nicht mehr riechen. Wenn man dann höher kommt, wird es kälter, somit wird auch die Wäsche immer weniger mutig und man tendiert zur Katzenwäsche. Eine gute Empfehlung ist es für gewisse Zonen Babyreinigungstücher mitzunehmen (Anmerkung: bitte nicht liegen lassen, sondern zum nächsten möglichen Entsorgungsbereich mitnehmen)

Abend rinnt und juckt die Nase nach wie vor wie verrückt. Eigentlich wäre für morgen kein Gipfel am Plan, es wird jedoch überlegt aus strategischen Gründen die Route zu ändern und morgen den Djebel Timesquida gleich mitzunehmen. Das würde bedeuten 1800 Höhenmeter circa rauf – soviel hab ich glaub ich noch nie gemacht – zumindest nicht aufwärts. Das wird besonders mit meinen gesundheitlichen Beschwerden eine große Herausforderung. Tour morgen also zuerst über den Pass Tizi n’quanoums und dann auf den 4000er Timesquida

Wir erfahren von Einheimischen, dass hier am See vor über einem Monat jemand ertrunken sein soll und bis dato nicht mehr nach oben gekommen sei. Na Gott sei dank hat er uns nicht hallo gesagt bei unserem Schwimmausflug.

Zitat: Der See ist so kalt (Gestik darf sich dazu jeder selbst vorstellen 😉 )

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Kategorien:Allgemein, MarokkoSchlagwörter:, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

1 Kommentar

  1. Wow! Das ist echt ein beeindruckender Bergsee 🙂

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