Geburtstagsresumee 2018


Was wäre ein Jahr ohne alljährliches Resumee meinerseits 😉

Man kann sagen, es war ein Lebensjahr, dass einer Achterbahn gleicht, mit so vielen Höhen und Tiefen und Kurven, die manch einer wegen Übelkeit abbrechen hätte können.

Bis Oktober lief alles noch in geregelten Bahnen, ich machte etwas Sport, alle waren mehr oder weniger gesund, hatte eine wundervolle Reise nach Marokko erlebt und im Job hatte ich mich inzwischen ganz gut eingearbeitet.

Im November dann wurden wir mit der Krebsdiagnose meiner Mutter konfrontiert. Was man in diesem Moment fühlt, kann kein Mensch nachvollziehen, der es selbst nie erleben musste. Die Gedanken im Kopf kreisen und man bekommt panische Angst vor all dem was vor einem liegt. Ich muss dazu sagen, dass ich zu meiner Mutter ein besonders inniges Verhältnis habe und das machte diese Diagnose gleich doppelt so schlimm.

Wir trafen auf Ärzte, die sich in ihrer Jobwahl definitiv vergriffen hatten, die meiner Mutter sagen, sie sei ja jetzt schon 63 (so als wär das eh schon uralt und genug), wir hatten zu tun mit Ärzten, die sich persönlich nie vorstellten und auch nicht wirklich für Rückfragen zur Verfügung standen aber trotzdem über den weiteren Verlauf entschieden (Tumorport nennt sich diese Unsitte). Es gab Szenarien, dass meine Mutter mit einem akuten Pneumothorax zu Fuß in die andere Abteilung geschickt worden ist, weil die ZNA sich nicht für zuständig erachtete. Es gab Momente, wo man merken musste, dass die Chemo meine Mutter schon mental angriff und sie den salop genannten Kampfgeist verlor und es gab Momente in denen ich als Tochter plötzlich zur Chefin im Haus wurde und Moralpredigten halten musste. Diese Zeit hat meine Mutter aber auch die gesamte Familie sehr gefordert und es gab Zeiten, in denen ich mir nicht sicher war, ob unsere Familie und auch meine Beziehung daran zerbrechen könnte. Nun können wir alle durchatmen und meine Mutter kann wieder die Insel genießen!

Ich hatte einige Kolleginnen und Kollegen, die mir wunderbar zu Seite standen während dieser Zeit aber es gab auch Menschen, die selbst in solchen Situationen glaubten, sie müssten auch hier noch ein wenig nachhelfen um die Situation etwas schlimmer zu machen.

Zwischendrin war ich sicher auf Maximalbelastung. Es musste etwas geben, womit ich mir selbst helfen konnte und wieder neue Energie tanken konnte. Durch meine bisherigen Erfahrungen im Leben wusste ich, das konnte nur Sport sein. Als 2004 damals mein Lebensgefährte unerwartet von einem Tag auf den anderen starb, war Sport meine mentale Heilung. Ich hatte von Freunden gehört, dass es einen guten Trainer in Klagenfurt gäbe, dem man sich bedenkenlos anvertrauen könne.  Dies habe ich dann im Jänner gemacht. Seit Jänner habe ich einen Trainingsplan, der zu einem Fixpunkt in meinem Alltag geworden ist. Mario kannte die Situation bei mir zuhause und hatte es als Trainer besonders die erste Zeit nicht leicht mit mir (naja auch heut manchmal nicht 😉 ). Der Sport, auch wenn er körperliche Energie kostet, macht mich stark, mental aber auch physisch. Anfangs hatte ich an dem neuen Sportpensum auch zu knabbern, denn es war ein großes Zeitmanagement nötig um Sport, Job, Haushalte und die Familie unter einen Hut zu bekommen. Aber ich merkte bald, dass ich wieder in meiner alten Stärke angekommen war, die Stärke, die ich auch entwickeln musste nach Thommys Tod.

Durch den Sport habe ich neue Menschen kennengelernt, mit denen man auch diese Leidenschaft teilen kann, mit denen man sich gegenseitig motivieren kann und die auch mehr Erfahrung mitbringen und man somit von ihnen auch lernen kann. Einige dieser Menschen möchte ich gerne noch besser kennenlernen, denn sie scheinen ganz tolle Menschen zu sein.

Es hat sich auch eine wunderbare neue Freundschaft entwickelt, für die ich sehr dankbar bin. Schön dass es dich gibt Nathi (sei auch mal gesagt).

Je besser ich werde, desto mehr Spaß macht es die täglichen Sporteinheiten zu absolvieren. Ich kann sagen, dass ich wohl noch nie so gesund in ein neues Lebensjahr wie heuer schreite und das ist, wie sich im letzten Jahr wieder mal gezeigt hat, das größte Geschenk, dass man zum Geburtstag bekommen kann.

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an all jene Menschen, die mir im letzten Jahr so viel Kraft gegeben haben und Unterstützung waren. Schön, dass es euch gibt!!!

Mein Wunsch an mein nächstes Lebensjahr: Gesundheit für mich und die Menschen, die mir am Herzen liegen, die Freude am Sport beizubehalten und viele Momente zu haben, die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern!

Sportliche Ziele: 2019 wird Halbmarathon und Triathlonjahr 😉

Jetzt geht es am Donnerstag mal wieder ins Tuffbad um entspannt in das nächste Lebensjahr zu starten.

Kategorien:Allgemein, Lauftraining und BewerbeSchlagwörter:, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

3 Kommentare

  1. Respekt liebe Verena für deine Kraft! Ich kann es nur erahnen, wie furchtbar es sein muss, sich um das Leben seiner Mutter zu fürchten. Den Ärger mit unqualifizierten Ärzten kennen wir zwar alle, ist in der Situation aber sicher nochmal einen Brocken heftiger! Schön, dass du so ein gutes Ventil gefunden hast mit dem Sport! Ich bin zwar gern draußen, aber nicht so die Sportskanone 😉 . Bei mir ist es das Schreiben was mir hilft.

    Alles Gute zum Geburtstag und ich wünsch dir alles was du dir wünscht!!!
    Lg Barbara / Reisepsycho

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  2. Das so zu lesen ist nochmal heftig, obwohl ich natürlich die Diagnose und den Kampf ein wenig mitbekommen hab. Das mit dem Schicksalsschlag 2004 wusste ich nicht, wow 😦 Umso besser, dass du jetzt wieder die Kraft hast und dir die Zeit nimmst, dich physisch und mental zu stärken! Weiter so, meine Liebe!♥

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