Der erste Triathlon


Was für ein Tag und welche Emotionen … es fällt mir nicht leicht die richtigen Worte dafür zu finden, auch wenn ich mir eigentlich sehr leicht tu meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen…

Aber ja beginnen wir am frühen Morgen: Ich wurde schon nervös munter … mein Ruhepuls war rund 20 Schläge höher als sonst und ich hatte nicht wirklich gut geschlafen. Wie üblich habe ich meinen Vitalmonitor angelegt um den körperlichen Istzustand zu überprüfen … ein katastrophales Messergebnis durfte mich wohl in diesem Zustand nicht überraschen … naja es ist Wettkampftag … ignorieren und Gas geben war die Devise.

Meine Freundin Nathalie, mit der ich plane gemeinsam den Ironman zu machen, hat mich zuhause abgeholt und wir fuhren gemeinsam zum Event-Ort. Gemeinsam zur Startnummernausgabe, wo mir ein reich gefülltes Startersackerl übergeben wurde (Hier ein absolutes Lob an die Organisation und danke für die tollen Goodies an die Veranstalter vom Kraiger See Triathlon). Ab in die Wechselzone zum Bike Check in … einiges durfte ich last Minute noch vorher lernen, worauf ich zu achten hatte, auf den Rest hatte Nathalie ein wachsames Auge und gab mir Anweisungen zur perfekten Positionierung meiner Sachen neben dem Bike. (Danke an dieser Stelle für deinen tollen Support an dem für mich wirklich sehr bedeutenden Tag)

Als dies erledigt war, war mein Puls auf rund 110 Schläge pro Minute angestiegen, denn eigentlich sollte es jetzt bald los gehen. Bei der Rennbesprechung gab es die letzten Anweisungen welche Gebote und Verbote zu beachten waren und wo welche Gefahrenzonen lauern könnten. Hm als Neuling sind diese ganzen Regeln sehr fremd aber im Nachhinein gesehen auch sehr wichtig.

Ab ging es an den Start. Auf Grund eines medizinischen Notfalls musste der Start um eine Stunde verschoben werden.

Mein Blick schweifte über das Wasser und ich hatte richtigen Respekt vor dieser Distanz, war ich doch bis dato längstens 50 Meter durchgeschwommen und dann immer eine kurze Unterbrechung und hatte auch immer Bahnen an denen ich mich orientieren konnte. Das war nun alles anders … open water und 300 Meter durch. Das klingt so wenig aber in dem St. Veiter Hallenbad sind das dann doch 12 Längen. Ok es gab einfach kein zurück mehr. Wir positionierten uns im Wasser auf einer fiktiven Linie und dann kam der Countdown … noch ein letzter tiefer Atemzug auf 2 und dann ging es los … ich versuchte mein Glück mit dem Kraulen, aber leider fehlte es mir hier an der Orientierung oder ich lies mich zu sehr von einer Person neben mir irritieren (so die Analyse von einem Video durch einen sehr erfahrenen Schwimmer und Schwimmlehrer). Ich wechselte also in das Brustschwimmen und konnte mein Tempo erstaunlicherweise sogar beibehalten. Meine Befürchtung ganz allein hinten zu schwimmen und als letzte das Wasser zu verlassen sollte sich also nicht bewahrheiten. Nach 7 Minuten und 1 Sekunde hatte ich das Wasser verlassen und lief in gemäßigtem Tempo zur Wechselzone, denn mein Puls war inzwischen auf 155 angestiegen.

In der Wechselzone angekommen ging der Wechsel gefühlt unproblematisch vor sich und ich konnte rasch mein Rad auf die Strecke bewegen. Ich spürte die Leere in meinen Beinen, denn ich war bis dato noch nie nach einer Schwimmeinheit Rad gefahren. Aber schon bald erwartete mich auf der Strecke die berühmt berüchtigte Bergwertung, die ich im Vorfeld schon einmal gefahren war. Damals hatte ich für die Strecke um einiges weniger lang benötigt, aber die Steigung machte mir nach dem Schwimmen doch ganz schön zu schaffen. Aufgeben war jedoch keine Option! Oben angekommen atmete ich tief durch und lies einen kleinen Freudenschrei los und dann ging es ab die Post wieder runter und gerade aus zur Wechselzone.  Die Schuhe am Rad auszuziehen hat für den ersten Triathlon ganz gut geklappt aber ich hätte etwas später vom Rad absteigen können.

Socken ja oder nein, war ein Thema in dem es wohl viel zu diskutieren gab, ich entschied mich für Socken, weil ich glaubte, dass diese paar Sekunden nicht mehr viel an meiner Zeit ändern würden. Ich lief also los und schwups, die nächste Steigung. Irgendwie hatte ich diese Steigung nicht so gemein in Erinnerung, aber auch hier gab es kein Aufgeben. Ich hatte mir keine Zielzeit gesetzt und daher war es nicht schlimm, dass ich auch mal gehen musste bei der Steigung. In der Geraden und Bergab funktionierten die Beinchen wieder brav und brachten mich unter lauthalsem Anfeuern von Nathalie und Claudia ins Ziel.

Kennt ihr dieses Gefühl einen Sieg über euch selbst zu haben? Das Gefühl selbst gesteckte Grenzen plötzlich gesprengt zu haben?  Ich fühlte mich so unsagbar stark in diesem Moment! Vor einem halben Jahr hätte ich mir nie gedacht, dass ich das so schaffen würde, aber es hat funktioniert und um ehrlich zu sein war ich so stolz und happy darüber, dass ich sogar Freudentränen nicht mehr ganz zurückhalten konnte.

In diesem Sinne kann ich euch sagen, dass dieser erste Triathlon nicht der letzte war und dass ich mit Freude weitermachen werde!

Bleibt gesund und habt Spaß ihr Lieben! Euer Vrenchen

Kategorien:Allgemein, Lauftraining und Bewerbe, Nathi und Vrenchen goes Ironman 2021, TriathlontrainingSchlagwörter:, , , , , , , , , , , , , , ,

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