Veränderung – Blick hinter die Fassade


Bald jährt sich die Krebsdiagnose meiner Mutter zum ersten Mal … diese Zeit hat mich sehr verändert, zum Leidwesen mancher Menschen aber zu meiner eigenen Zufriedenheit zuliebe.

Einen Hang zum Buddhismus und zur Spiritualität habe ich bereits seit meiner Nepal Reise, diese Spiritualität habe ich am Jakobsweg nochmals ganz intensiv ausleben und erleben können. Durch ein erstes Seminar bei Karl Edy habe ich gelernt, dass der Schlüssel zum Glück und zur Zufriedenheit ich selbst bin. Versteht mich nicht falsch, jede Religion hat für sich seine guten Seiten, doch keine Religion ist gut wenn man sie extremisiert. Ich beschäftige mich nun also immer intensiver mit dem Buddhismus, mit den Lehren von Krishna und mit dem Weg zum Yogi und fühle mich mehr denn je stark und im Hier und Jetzt. Ich habe gelernt, dass die Furcht vor dem Unbekannten keinen Sinn macht und nur Energie raubt und ich habe gelernt, dass Zorn einen nur selbst bremst und wie von einem Spiegel reflektiert wird.

Nun im letzten Jahr war ich zuerst wie von einem Stein erschlagen, habe viel geweint, habe große Zukunftsängste durchstanden, habe über Vergänglichkeit nachgedacht und hab mich gefragt wieso passiert meiner Mum und somit uns das .. die Frage war die falsche … irgendwann habe ich gemerkt, dass ich an mir selbst arbeiten muss um meiner Mum die Stütze sein zu können um diese Zeit gut zu überstehen … ich habe gemerkt, dass diese Stärke mir der Sport gibt, denn er machte mich nicht nur körperlich (behandle die Hülle gut in der du eine Zeit wohnst) sondern auch mental stärker denn je.

Ich habe mich schon immer gern bewegt, aber für Außenstehende hat es wohl den Anschein von Sucht nach Sport gemacht, insbesondere, da sich auch mein Körper in dieser Zeit sehr verändert hat. Geben, so habe ich aber gelernt, kann man nur, wenn man selbst die notwendige Stärke und Standhaftigkeit für die Situation hat. Es gibt kein Rezept, dass für jeden passt, aber ich habe schon in meinem ersten großen Lebenseinschnitt, dem Tod von Thomas, gemerkt, dass für mich das die richtige Wahl ist.  Damals schien die Welt sich gegen mich verschworen zu haben und ich habe mir geschworen nie mehr so viel Gefühl zuzulassen. Die Angst jemanden wieder zu verlieren, den man so geliebt hat, war zu groß.

Was hat sich verändert in meinem Denken und meinem Fühlen. Ich glaube an die Unvergänglichkeit der Seelen und finde in diesem Glauben den nötigen Halt in Schicksalsschlägen. Sport ist und bleibt meine Energiequelle. Ich habe gelernt, dass ich mein Herz wieder öffnen kann und nicht die Starke sein muss nach außen. Dass es ok ist auch Schwäche zu zeigen und um Hilfe zu bitten.  Und zu guter Letzt habe ich gelernt, dass ich daran glauben darf, dass es für mich eine zweite große Liebe mit allem drum und dran geben darf, aber es an mir liegt es zuzulassen.

Ich schreibe seit einem Monat ca ein Glückstagebuch, jeden Tag etwas was mich glücklich gemacht hat, und ich muss euch ehrlich sagen, es gibt momentan wirklich viel was mich glücklich macht, wofür ich dankbar sein darf und was mir Freudentränen in die Augen zaubert, wenn ich daran denke.  Man könnte sagen: Ich bin angekommen!

Danke an all jene, die mit mir diesen Weg gegangen sind und mich so annehmen wie ich bin. Das ist ein sehr großes Geschenk!

Danke aber auch an all jene, die im letzten Jahr einen anderen Weg gegangen sind und ich wünsche euch, dass ihr euer persönliches Glück und eure Erfüllung findet.

 

Kategorien:Allgemein, SpiritualitätSchlagwörter:, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

5 Kommentare

  1. So, schon bei der Veröffentlichung gelesen, aber irgendwie verpasst, was dazuzuschreiben 😀 Muss gestehen, auch für mich hat der Hang zum Sport sehr nach „Sucht“ ausgesehen, versteh aber auch, dass das wohl dein Ventil ist – demnach bin ich sehr froh, dass es dir gut zu gehen scheint ♥ Hoffe, das nächste Jahr wird wieder eines mit mehr Freuden und weniger Steinen, die dir im Weg herumliegen 🙂

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  2. Liebe Verena,
    ein sehr berührender und schön formulierter Beitrag! Es gibt leider Ereignisse, die das eigene Leben von einem Tag auf den anderen komplett ändern. Für sich das Positive an der Veränderung an einem selbst darin zu entdecken ist ein guter Schritt um es zu verarbeiten…
    Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute und ganz viel Kraft.
    Liebe Grüße
    Ines

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  3. Da hat sich wirklich einiges bewegt bei dir im letzten Jahr! Ich finde es beachtenswert, wie du mit all den Hindernissen konstruktiv umgehst! Die Idee mit dem Glückstagebuch finde ich sehr schön 🙂 . Alles Gute noch weiterhin! LG Barbara
    PS: Ich hätt manchmal gern deine Energie bzgl. Sport! Wenn du also mal zuviel hast, darfst mir gerne was abgeben 😀

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  4. Liebe Verena,

    danke für diesen sehr, sehr berührenden und tiefgründigen Artikel.

    Ich glaube gerade in einer schnelllebigen Zeit wie dieser sollten wir uns öfter mal zurück holen und über die wirklich wichtigen Dinge im Leben nachdenken. Deine so persönlichen Gefühle mit uns zu teilen, finde ich daher einen beachtlichen Schritt. Die Idee, ein Glückstagebuch zu schreiben hatte ich noch garnie – ich denke aber dass dies ein sehr gutes Mittel sein kann, um sich in schwierigen Zeiten auf das Wesentliche zu konzentrieren – auf die kleinen Momente, auf die es eben ankommt, gerade in Zeiten in denen man sich vor allem auf das Negative fokussiert.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft & Stärke. Du bist auf dem richtigen Weg.

    Lg Sigrid

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  5. Hallo Verena,

    wir haben auch gerade mit Gesundheitsproblemen in der Familie zu kämpfen, die zeitliche Belastung dadurch hat bei mir aber eher dazu geführt, dass ich mein Sportprogramm schleifen lasse. Dein Artikel erinnert mich, dass das der falsche Weg ist, und motiviert, auch mal wieder an die eigene Energiequellen zu denken.

    Alles Gute!
    Gerfried

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