Logbuch vom 14.09.2017

Meine Tage in Marokko neigen sich dem Ende. Gemischte Gefühle begleiten mich heute auf dem Weg – einerseits Freude auf meine Lieben zuhause und andererseits Wehmut, denn ein spannendes Abenteuer und das Entdecken eines für mich neuen Landes neigt sich dem Ende zu.

Heute gab es um 7 Uhr Frühstück, Regen und ein starker Wind begleiteten uns die ersten Stunden. 1024 Höhenmeter Abstieg und 100 Höhenmeter im Aufstieg war unsere heutige Etappe. Der erste Tag mit schlechtem Wetter, wir hatten wirklich Glück bis dato gehabt.

Wir bewegen uns also wieder in Richtung Zivilisation. Die erste richtige Dusche erwartet uns in dem „Hotel“. Nach fast 2 Wochen in den Bergen freut sich die Haut auf eine richtige Pflege. Befreien von dem Staub der Viertausender, befreien von dem Wildwuchs in diversen Körperregionen, eincremen nach dem Härtetest für den Körper in den letzten Tagen. Man kann sagen, ein wirklicher Genuss, den man hier wahr nimmt.

Es gibt hier auch ein WLAN, aber es ist dermaßen schlecht, dass nur eine kurze Nachricht in die Heimat gelangen kann, dass wir uns einigermaßen gesund in der Zivlisation eingefunden haben.

Wieder essen am Tisch, das war auch ein Luxus. Wie immer verwöhnte unser Koch uns mit lokalen Köstlichkeiten. Ich glaube ich habe noch nie so viel Gemüse in meinem Leben gegessen.

Abends kommt Khalid nochmals auf mich zu und meint zu mir, er habe sich in mich verliebt. Ich teile ihm mit, dass er ein ganz wunderbarer Mensch ist, aber dass ich meine Liebe schon gefunden habe und ich mir auch nicht vorstellen könnte mit ihm mehr als eine Freundschaft zu pflegen. Dann falle ich müde aber zufrieden in mein Bett – ein ungewohnter Luxus nach 8 Tagen dünner Matte.

 

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hier das einzige Regenfoto

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links neben mir sitzt Peter unser ältester Mitreisender, ich hoffe, dass wir nochmal eine Reise miteinader machen können

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ein kleiner Blick auf die Nachmittagsjause

Logbuch vom 13.09.2017

Heute wäre Toubkal dran gewesen. Ich bin also früh morgens mit den anderen aufgestanden. Verquollene Augen, eine rinnende Nase und offensichtliches Fieber haben mich allerdings daran gehindert, heute den letzten der Viertausender mitzumachen. Wir bleiben heute zu dritt im Camp, denn auch 2 andere fühlen sich nicht fit um den Gipfel trotz geringer Höhenmeter und keiner technischen Schwierigkeit zu absolvieren. Im Endefffekt denke ich mir, dass dieser Gipfel jener ist, den viele Touristen raufgeschleppt werden und den ich nicht zwangsweise auf meiner gemacht Liste haben muss. Ich lege mich also nach dem Frühstück nochmals ins Zelt, kuschle mich in meinen Schlafsack und schlafe noch ein wenig um schnell wieder gesund zu werden (Anmerkung im Nachhinein: dies ist mir bis zuhaus nicht gelungen, auch wenn es etwas besser wurde).

Ich mache mir also mit den anderen – Jutta und Peter sind auch hier im Lager – einen entspannten Tag mit Karten spielen, ein wenig spazieren gehen und einen Kaffee in der naheliegenden Unterkunft.

Das Tal hier ist im Verhältnis schon sehr touristisch und daher sehr verschmutzt. Zudem scheint hier genau eine Windschleuse zu sein, denn es ist eisig kalt und ungemüdlich hier.

Die anderen kommen Mittag wieder vom Gipfelsturm ins Lager und wir verbringen zusammen einen gemüdlichen Nachmittag und Abend. Unsere Crew singt für uns noch einheimische Lieder und wir haben ein festliches Abendessen. Morgen wird unsere Mannschaft uns verlassen und auf die nächste Tour gehen.

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Logbucheintrag vom 12.9.2017

Vorweg ihr lieben Leser, es tut mir leid, dass ich euch so warten gelassen habe mit dem nächsten Beitrag, aber manchmal kommt es im Leben anders an man denkt und man hat ganz schnell andere Prioritäten im Leben.

Nichts desto trotz möchte ich euch weiterhin von meiner Reise oder auch meinen Wanderungen berichten, die ich erlebt habe und erleben werde … hier also der nächste Logbucheintrag meiner Marokko-Reise

1900 Höhenmeter rauf und 1100 Höhenmeter runter … inklusive Kletterpassage, die für eine meiner Mitstreiterinnen auf Grund Ausgesetztheit eine große Herausforderung darstellte.

Um 4:30 Uhr klingelte der Wecker, mein Weckruf sorgte dafür, dass alle in der Gruppe erwachten und wird uns pünktlich zum Frühstück einfanden. Morgens war es noch nicht klar, ob wir den Gipfel an diesem Tag wirklich machen sollten. Also ging es gemeinsam für alle auf den ersten Pass hinauf – 1250 Höhenmeter hatten wir bis dahin schon hinter uns gebracht. Wir gehen heute etwas langsamer, da Peter sehr angeschlagen ist und auch keiner weiß, wieviel uns heute noch an Höhenmetern erwartet. Eine kurze Diskussion in der Runde und wir beschließen den Gipfel heute in Angriff zu nehmen.

Jutta und Peter beschließen gleich den Abstieg zu nehmen mit unserem Koch, der Rest der Truppe geht rauf zum nächsten Pass. Leider hat eine unserer Gruppe sich am Weg rauf verknöchelt und bricht den Aufstieg ab. So gehts also minus 3 Personen weiter auf den Gipfel.

Ich habe zu kämpfen mit dem nun erhöhten Tempo, der Höhe und meiner angeschlagener Gesundheit. Aber ich bin eine Kämpfernatur wie meine Mutter und gehe weiter bis auch ich den Gipfel erreiche.

Auf dem Weg rauf wurde eine Person unserer Gruppe unserem Guide gegenüber sehr unfreundlich.  Er meinte er würde ihn von dem Fels runterschubsen, wenn er noch mal den falschen Namen verwenden würde. Naja ich habe mich auf jeden Fall fremdgeschämt und mich bei unserem Guide für diese Aussage entschuldigt, auch wenn nicht ich sie getätigt habe.

Mein Beschluss an dem Tag, ich muss französisch lernen, eine schöne Sprache ist das

Wetter: 1 Wolke gesehen

Stimmung: Verärgert müde und kränklich

Zitat des Tages: Macht euch bereit!

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Logbucheintrag vom 11.09.2017

Heute wurden wir belohnt mit einem herrlichen Bergsee.

Um 7:45 gab es ein wie üblich herrliches Frühstück am schönen Campingplatz. Mit Stühlen und Tischen war das Essen schon richtig ungewohnt. Das Frühstück war reichlich wie immer mit verschiedenen Marmeladen, eine Schokocreme, Müsli, Streichkäse, frisch gebackenem Brot, Orangensaft, Kaffee und Tee. Es mangelt uns kulinarisch wirklich an nichts, für jeden war einfach immer etwas dabei.

Heute ging es in angenehmen Tempo 700 Höhenmeter rauf.

Peter, unserem Mitstreiter, geht es nicht so gut, er hat große Probleme mit dem Rücken. Ich überlege schon wie ich ihm helfen kann, außer mit Schmerzmedikamenten, aber irgendwie habe ich kein Physiotape mit, um ihn mit einer Memorytape Auflage wieder gerade zu richten. Ich stell mir das sehr mühsam vor mit solchen Schmerzen zu wandern.

Wolfgang unser Lehrer kommt irgendwie nicht aus seiner Rolle raus und ist bemüht uns alle zu lehren und vor allem zu belehren. Aber wie schon Oscar Wilde feststellte:

Ich bin immer bereit zu lernen, aber nicht immer, mich belehren zu lassen.

Oscar Wilde

(1854 – 1900), eigentlich Oscar Fingal O’Flahertie Wills, irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor

In diesem Sinne krachten zwei Welten heute aufeinander. Wolfgang jener Mensch, der die neue Technik als böse hinstellte und dass man das alles nicht brauche und mich als technikbegeisterte Person, die auch gerne die Eckdaten einer Route wissen wollte um euch daran teilhaben lassen zu können.

Am Lac d’ifni angekommen, war ich begeistert von diesen wunderschönen Kontrasten der Landschaft und ärgerte mich doch tatsächlich darüber nicht die Systemkamera gekauft zu haben, die Photos nahe an denen einer Spiegelreflex machen hätte können ohne gleich so schwer zu sein. Naja ich habe trotzdem versucht, diese geniale Landschaft einzufangen.

Am See angekommen – es hatte ca. 35 Grad an diesem Tag – beschlossen wir Mädels den See zu testen und wagten uns in den Bergsee (Anmerkung im Nachhinein: Hätt ich mal nicht machen sollen, denn das hat meine Gesundheit nicht gerade verbessert 🙂 ) Wie die Bergseen nun mal so sind, hatte auch dieser nicht gerade Badewannentemperatur. Aber wir waren danach erfrischt und wieder sauber.

Das mit der Sauberkeit auf den Trekkingreisen ist ja so eine Sache. Man sollte nicht zimperlich sein. Es gilt das Motto zurück zur Natur – eine biologisch abbaubare Seife und ein Bach müssen im Normalfall reichen. Wenn man Glück hat, führ der Bach auch einigermaßen genügend Wasser um sich anständig zu reinigen. Ab und an kann man auch sein Shirt und co im Wasser ausschwemmen und waschen. Nach Rosenduft wird man wohl trotzdem nach ein paar Tagen nicht mehr riechen. Wenn man dann höher kommt, wird es kälter, somit wird auch die Wäsche immer weniger mutig und man tendiert zur Katzenwäsche. Eine gute Empfehlung ist es für gewisse Zonen Babyreinigungstücher mitzunehmen (Anmerkung: bitte nicht liegen lassen, sondern zum nächsten möglichen Entsorgungsbereich mitnehmen)

Abend rinnt und juckt die Nase nach wie vor wie verrückt. Eigentlich wäre für morgen kein Gipfel am Plan, es wird jedoch überlegt aus strategischen Gründen die Route zu ändern und morgen den Djebel Timesquida gleich mitzunehmen. Das würde bedeuten 1800 Höhenmeter circa rauf – soviel hab ich glaub ich noch nie gemacht – zumindest nicht aufwärts. Das wird besonders mit meinen gesundheitlichen Beschwerden eine große Herausforderung. Tour morgen also zuerst über den Pass Tizi n’quanoums und dann auf den 4000er Timesquida

Wir erfahren von Einheimischen, dass hier am See vor über einem Monat jemand ertrunken sein soll und bis dato nicht mehr nach oben gekommen sei. Na Gott sei dank hat er uns nicht hallo gesagt bei unserem Schwimmausflug.

Zitat: Der See ist so kalt (Gestik darf sich dazu jeder selbst vorstellen 😉 )

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Logbucheintrag vom 10.09.2017

Heute ist glücklicherweise ein entspannter Tag. Um 07:30 gabs Frühstück mit Pancakes #besterkochderwelt 🙂

Die heutige Tagesetappe beträgt nur 4 Stunden Gehzeit, wovon nur 100 Höhenmeter aufwärts verlaufen und 1154 Höhenmeter runter. Der Weg war laut #garmin 10 Kilometer lang. Ich habe in der Nach noch den Fuß gelympht … da weiß man wieder wofür man mal die Ausbildung zum medizinischen Masseur gemacht hat. Danach eine schmerzlindernde Salbe drauf und nun ist der Knöchel so gut wie schmerzfrei. Morgens hatte ich kein Fieber, jedoch die Nase rinnt ohne Ende und ich bin schon ganz wund unterhalb der Nase. In der Nacht wehte ein eisiger Wind.

Nach unserer kurzen Tagesetappe gingen wir Mädels ins #hamam für Einheimische. Ein Erlebnis der besonderen Art.  Beim Eingang wäre man versucht gewesen, wieder umzudrehen, da es alles anders als schön und einladend war. Wir gingen also trotzdem rein in dieses dunkle Gebäude bewaffnet mit einem neu gekauften Hamam-Handschuh und zwei Packungen Hamam-Seife. Eine junge zart gebaute Frau erwartete uns bereits mit je einem Kübel warmen Wasser pro Person. Wir setzten uns also auf den Boden hin und die Frau begann uns nacheinander mit dem jeweiligen Handschuh und er Seife abzuschruben. Es war doch ein ganz anderes Erlebnis als die noble Version die ich bis dato beim Hotel #Hochschober auf der #Turrach erlebt hatte. Wir waren ca. 2 Stunden in dem Hamam bis wir alle fertig geschrubbt waren. Zum Schluss wurden wir noch mal mit einer Kübelfüllung Wasser abgeduscht und wurden dann im wahrsten Sinn des Wortes Quietschesauber entlassen.

Der viele Dampf im Hamam tat meiner Nase sichtlich gut und so konnte ich danach wieder gut atmen.

Unser heutiges Camp war ein nettes Camp am Fluß, mit einem kleinen Lokal dabei, wo man sich auch Limonade und Süßes kaufen konnte. Es gab Tische und Stühle um wieder in alter Manier zu essen. Die letzten Tage haben wir ja nach marokkanischer Art am Boden sitzend gegessen.

Unser Guide Khalid wollte mit mir abends die Stadt erkunden, ich verneinte und spielte mit den Mädels unserer Gruppe wieder mal Karten und wir tratschten fröhlich über Gott und die Welt. Dann ging es früh abends ins Zelt zum Schlafen um schnell wieder ganz gesund zu werden.DSC_0267DSC_0270DSC_0271DSC_0273DSC_0274

Logbucheintrag vom 09.09.2017

schön langsam aber doch zeigt Marokko seine härteren Zeiten .. 5:15 Frühstück … das ist einfach zu früh zum Essen, aber ich weiß, dass es wichtig ist, genug im Magen zu haben, um ein wenig Energie für den Gipfelsturm zu haben. Ich zwinge mich also trotz mangelndem Hunger zum Frühstück, wenn auch nur ein kleines.

Es geht also los. Es ist noch nicht wirklich hell, aber man kann den Weg auch ohne Stirnlampe schon erkennen. Die Sonne kommt schön langsam hervor. Ich merke schon früh morgens, dass ich nicht fit bin –  die Nase rinnt, der Hals kratzt und ich fange irrsinnig leicht zum Schwitzen an. Das waren keine guten Vorzeichen für die nächsten Tage.

Der Aufstieg war zuerst recht steil, nichts desto trotz war mir wahnsinnig kalt, dann wurde mir richtig heiß. Ich konnte nur erahnen, was mein Körper gerade durchmachte. Aber ich wollte wirklich auf diesen ersten 4000er rauf.

Ich kann Khalid heut nicht folgen, er ist heut einfach zu schnell für mich. Aber unsere deutschsprachige Reisebegleiterin und Bergführerin Nadine bleibt bei mir und geht mit mir in meinem Tempo rauf auf den Gipfel. Summit am Djebel Ifrouan!

Ein Wahnsinnsgefühl oben zu stehen, nachdem man glaubte, es nicht zu schaffen. Jutta, eine aus unserer Mannschaft, hat kurz unter dem Gipfel aufgegeben, auch sie hatte zu kämpfen, aber mehr mit dem Geröll.

Dann kam der Abstieg über eine Geröllrinne. Normalerweise kein Problem, aber wenn man bereits ziemlich angeschlagen ist, kann auch das zum Problem werden. So versuche ich die Rinne runter zu surfen und schwups eine Unachtsamkeit und Knöchel angeknackst.  Der restliche Abstieg gestaltete sich dann auf Grund der Gesamtumstände alles andere als lustig.

Um viertel 2 kamen wir nach 6 statt geplanten 8 Stunden im Camp an, wo uns Peter einer unserer Mitreisenden, der den ersten Viertausender ausgelassen hatte, bereits erwartete, um von uns zu erfahren, wie es denn gewesen war.

Beim Aufstieg hatte mein Handy kurz Empfang und ich freute mich über eine Nachricht von zuhause und dass alle offenbar wohl auf waren.

Abends verschlimmerte sich die gesundheitliche Situation. Nachdem Khalid uns ein Berber-Märchen nach dem Abendessen vorgelesen hatte, bin ich mit relativ hohem Fieber, starken Halsschmerzen und Kopfschmerzen auf meine Matte im Schlafsack eingeschlafen.

Zum Abendessen gab es Berber-Nudeln, das sind Fadennudeln, wie man sie bei uns aus der Suppe kennt, mit Zimt, Zucker und geriebenen Nüssen abgeschmeckt, war wirklich gut, trotz meiner Abgeschlagenheit.

Zitat des Tages: Nit mei Tag!

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Summit am Djebel Ifrouane

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Knöchel angeschwollen nach Geröllrinne

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nachts im Zelt mit Fieber

Logbucheintrag vom 8.9.2017

Heute gab um 7 Uhr Frühstück. Um 7:45 Uhr hieß es dann Abmarsch. Heute soll die Etappe eine leichte werden, so die Aussage unseres Guides. 970 Höhenmeter rauf, 600 Höhenmeter runter.

Die Landschaft bot heute nicht viel Abwechslung, die Täler hier im Atlas Gebirge ähneln sich doch mehr als erwartet, insbesondere wenn man aus anderen Ländern schon Berge kennt an dem sich 4 Vegetationszonen abwechselten. Durch den doch eintönigen Weg war zwar die Strecke heute keine große Herausforderung von der sportlichen Sicht, jedoch mental stellte der Tag an mehrere von uns eine Herausforderung. Mittagessen um 14 Uhr im Camp.

Peter unser „Senior“ hat starke Rückenbeschwerden. Er hat beschlossen den ersten Viertausender, welche für morgen am Programm steht, auszulassen. Es ist sicher besser, auf seinen Körper in diesem Fall zu hören.

Unser anwesender Lehrer, welcher sich derzeit am Anfang seines Sabbaticals befindet, hat mit der Hitze seine Müh und Not. Naja ich sag mal so, überraschend ist es jetzt nicht, dass es in Marokko heiß ist, wenn auch die Hitze in der Höhe auch für uns eine Herausforderung darstellt, so war sie doch zu erwarten.

Unser Guide Khalid macht mir seit heute Avancen. Ich versuche es höflich zu ignorieren, bedanke mich höflich für Komplimente, vermeide aber Momente in denen wir allein sein könnten, um ihm keine unnötigen Hoffnungen zu machen. Die Mädels in unserer Runde haben sein Interesse an meiner Person auch schon mitbekommen und finden diesen Umstand sehr amüsant.

Zwei von den Mädels haben Karten mit und so verbringen wir die Abende öfters gemeinsam damit Karten zu spielen und uns über unsere Eindrücke des Tages am Abend auszutauschen. Jutta und Diana heißen die Zwei und kommen aus Baden-Württemberg und aus dem Schwabenland.

Morgen geht es auf den ersten Viertausender, mal schauen wie es mir ergehen wird. Wir haben ja in Summe 3 Guides mit, dh es sollte für jeden das passende Tempo dabei sein.

Stimmung: kämpferisch

Zitat des Tages (by Khalid): das kostet teuer / macht euch bereit (konnte mich einfach nicht zwischen den zwei Zitaten entscheiden hihi)

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Logbucheintrag vom 7.9.2017

Bevor ich euch hier meinen Logbucheintrag schreibe, ein kurzer Blick in mein aktuelles Leben. Ihr habt sicherlich gemerkt, dass ich einige Tage nicht aktiv war und euch auf den heutigen Eintrag habe warten lassen. Warum schreibt sie denn nichts, hat sich vielleicht der eine oder andere oder die eine oder andere gedacht? Meine Mutter wurde leider von einem Auto angefahren. Auch wenn ich ehrenamtlich am Rettungswagen schon einige Dienste versehen habe, so wirft dies einen ziemlich aus dem Konzept. Die eigene Mutter, die beste Freundin, die ich seit Geburt an habe und mit der man so viel durchgemacht hat, Schönes wie auch Schlechtes, war plötzlich in Gefahr. Dank sei dem zufällig anwesenden Sanitäter des Roten Kreuz, der gleich erste Hilfe geleistet hat und der kompetenten Mannschaft des Rettungswagens, der in kürzester Zeit vor Ort war und meine Mutter erstklassig und äußerst freundlich versorgt hat! Herzlichen Dank an die Kollegen von der Bezirksstelle St. Veit an der Glan, die meiner Mutter diesen Moment so erträglich wie möglich gemacht haben und ihr sogar auf der Fahrt ins Krankenhaus ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben #ausliebezummenschen #roteskreuzkärnten #rk #roteskreuz

so nun zu meinem Bericht vom 7.9.2017 aus Marokko:

Um 6:30 Uhr gab es bereits Frühstück, denn heute erwartete uns eine längere Etappe

1300 Höhenmeter rauf, 2 Pässe waren zu passieren, dazwischen wieder 600 Höhenmeter runter ins Tal. An einem der Pässe erwartet uns ein Junge der aus dem Tag kühles Sprite und Cola gebracht hatte für durstige Wanderer. Selten schmeckte ein Sprite so herrlich wie in diesem Moment. In der Pause dazwischen gab es Berber Doping (das Doping der Natur bestehend aus Datteln, Feigen, Nüssen)

Zu Mittag verwöhnte uns der Koch ein einer kleinen Ortschaft im Hause einer dort lebenden Familie mit Berger Kebap 🙂 Man lernt nie aus. So ist dies ein Fladenblot welches man mit Thunfisch, Käse, Zwiebel, Tomaten, ect füllt. Hat wirklich gut geschmeckt.

Es ist brütend heiß und trotz diesem Zustand haben wir 400 Höhenmeter pro Stunde hinter uns gebracht. Unser Guide ist etwas kränklich. Schwer zu sagen, wie schwer wirklich (man weiß ja nie, Männergrippe kann ja auch sehr böse sein) Er meint er hätte Kopfweh und Durchfall. Da Hauser unserer deutschsprachigen Guide eine Medikamentenbox mit allem drum und dran mitgeben hat, werde ich als ausgebildete Sanitäterin und Tochter einer ehemaligen Krankenschwester gefragt, was ich denn empfehlen würde. Ich kenne alle Medikamente und kann leicht eine Empfehlung abgeben, entscheide mich aber für eine sanfte Therapie.

Am Tagesziel angekommen gibt es eine kleine Oase im Bach zum Baden, man kann sogar etwas darin schwimmen, wenn man kein Problem mit dem kühlen Nass hat. Danach gibt es Berber Kaffee und Krapfen zur Tea Time.

Spruch des Tages: Sunce me ubio

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Logbucheintrag vom 6.9.2017

um 7:30 läutet wieder der Wecker am Handy … eine der wenigen Funktionen, die das Handy hier wohl auf Grund des mangelnden Empfanges mit Orange haben wird. Schön langsam gewöhne ich mich wieder an das Trekkingleben und die Übernachtungen auf dünnen Matten in Zelten. In der Nacht konnte man unsere Maultiere herumspazieren hören, es war ihnen wohl langweilig, sie haben sich selbst losgemacht und das Zeltlager erkundet.

Heute war erst um 8:30 Abmarsch, da wir heute nur eine entspannte Tour vor uns hatten, 950 Höhenmeter runter und ca. 250 Höhenmeter rauf.

Eine Erfrischung im rauschenden Bach zu Mittag, ein ausgeprägter Sonnenbrand trotz Lichtschutzfaktor 50 und vermeintlich vorgebräunter Haut, eine Überquerung einer abenteuerlichen Brücke, wie man sie in Nepal finden hätte können und dann mit einem einheimischen Taxi um die Etappe entlang der Straße auszulassen.

Kurze Pause mit Aufenthalt in einem einheimischen Kaffee in dem die Tische und Stühle im Bach stehen um während des Kaffees oder dem Essen die Füße kühlen zu können.

Wir kaufen mit Khalid unserem Guide noch frisches Obst am Markt während die Reisekollegen schon vor gehen um das Zeltlager aufzusuchen. ca 20 Minuten Fußweg waren auch wir am Ziel. Ein schönes Lager neben einem Fluss, die abendliche Erfrischung und Körperhygiene war also gesichert.

Zitat des Tages: warm is

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Logbucheintrag vom 5.9.2017

7:30 Uhr Frühstück, alles was das Herz begehrt (frisch gebackenes Brot, Müsli, Marmeladen, Honig, Schokoladencreme, Kaffee, Tee, Käse, ….) Abnehmen wird bei der Verköstigung sicher nichts. Anständig Frühstücken kann auf jeden Fall nicht schaden, wer weiß was uns heute noch erwartet

Abmarsch 8:30

11km und ca 900 Höhenmeter liegen hinter uns, zuerst steil bergauf und dann nur eine leichte angenehme Steigung. In den Ortschaften sind die Straßen sehr zugemüllt, je weiter weg man von den Orten ist, desto schöner und sauberer wird die Landschaft.

Vormittags gibt es das sogenannte Berber Doping, ein guter Mix aus Datteln, Feigen, Nüssen unterschiedlicher Art. Ich habe bis dato nie Datteln gegessen, muss aber sagen, die schmecken ja wirklich köstlich. (Merke: Datteln kaufen für zuhause)

Die Mittagspause verbringen wir unter Wallnussbäumen und unser Koch verwöhnt uns mit unterschiedlichem Gemüse, Nudeln und Dosenfisch. Unsere Mannschaft ist mit den Zelten schon weiter gegangen und erwartet uns am Ende der Tagesetappe mit bereits aufgebauten Zelten.

Nach der Mittagspause weitere 7 km und 220 Höhenmeter. Es ist wahnsinnig heiß trotz der steigenden Höhe in der wir uns befinden.

Am Tagesziel befindet sich ein kleines Bächlein, das heißt heute nur Katzenwäsche möglich. Nach dem gestrigen Bad im Bach nicht so schlimm.

Abends gibt es Couscous und um 9 falle ich müde in den Schlafsack bzw. auf den Schlafsack.

Spruch des Tages: Vamos ala playa

#hauserexkursionen #marokko #ferweh #reisen #reiseblog #wandern #bergsteigen #fitfam #sandstein #maultier #Höhenmeter #gipfelsieg

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Sandstein prägt das Bild in Marokko

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Die Maultiere schleppen einiges an Kilogramm, jedoch wird die Maximalbelastung kontrolliert, so dass kein Maultier mehr als das zugelassene Gewicht transportiert.

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Trotz Sonnenschutzfaktor 50 Sonnenbrand … willkommen in Marokko

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Noch weiß ich nicht genau um welches Tier es sich hier handelt, laut aktueller Auskunft eines mir bekannten Biologen dürfte es sich hierbei um eine Art Grille handeln, erhoffe aber noch genauere Details.

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hier auf den Weidenfeldern findet man eine Schafherde und Ziegenherde nach der anderen, dazwischen liegen die Hirten entspannt um des Nächtens über die Herde zu wachen um sie vor Kojoten zu schützen.

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Wacholderbäume wohin das Auge sieht

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Der Sandstein, weich und mit dem Nagel leicht einzuritzen, das sind laut meinem Mitreisenden Geographielehrer die Merkmale eines Sandsteins

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Dieses Maultier hat unsere Speisen getragen, also gleich mal gut stellen mit unserem Transporteur 🙂