50% Behinderung

Als ich mich 2016 auf Anraten eines Betriebsrates der Untersuchung zum Feststellungsbescheid stellte, wurde ich sehr überrascht. Mit einer 50% Einstufung hatte ich nicht gerechnet, denn so kaputt fühlte ich mich eigentlich nicht 🙈

Ich wurde im Jahr 1992 von einem Auto angefahren, als ich als Kind die Straße überqueren wollte. Meine Mutter stand währenddessen auf der anderen Straßenseite und sah zu, wie mich dieser Mensch mit ca 80 km/h im Ortsgebiet erwischte. Ich habe noch von der Seite kommend plötzlich ein Auto gehört und habe noch einen Schritt zurück gemacht. Es wäre wohl sonst nicht so glimpflich ausgegangen. Ich kann mich heute noch gut daran erinnern, als ich dort am Boden lag am Eis (es war der erste Tag der Semesterferien) und viele Köpfe von oben plötzlich auf mich blickten und alle meinten, ich solle mich nicht bewegen. Nie werde ich das weinende Gesicht meiner Mutter in diesem Moment vergessen. Ich habe sie noch beruhigt und gesagt es sei alles gut und ich hätte keine Schmerzen, was ich in diesem Moment wohl aus Schock auch nicht hatte. Dann wurde ich damals von Martin5 dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Meine Eltern waren kurz nach mir dort. Ein weiterer Moment, den ich wohl nie vergessen werde ist jener, als ich meinen Eltern gesagt habe, dass das Hubschrauber fliegen toll gewesen sei. Sie hätten mich wohl am liebsten geohrfeigt in dem Moment aus Sorge, was sie natürlich nicht getan haben.

Der Unfall hatte einige Folgen. So hatte ich zum Beispiel einen Nierenkapselriss und habe seither einen gebrochenen Wirbel, 2 Bandscheibenvorfälle als Folgeerscheinung des gebrochenen Wirbels (da keine Stabilität mehr gegeben war) und 2 Gleitwirbel.

Eine Zeit lang habe ich einfach viele Schmerzen gehabt und hab gemeint, ich müsse mich damit abfinden. Dann habe ich mit dem Bergwandern begonnen, dann mit dem Klettern, … und je mehr Sport ich gemacht habe, desto besser hatte ich meine Schmerzen im Griff.

Ich bin also der beste Beweiß, dass man wie ich immer liebevoll sage halb hin sein kann und trotzdem das Leben in vollen Zügen genießen kann.

Ich möchte euch gerne motivieren, euch selbst zu helfen, denn unser Sozialsystem und Krankensystem kann uns zwar ganz gut dabei unterstützen gesund zu werden oder zumindest gesunder, doch es hängt viel von der eigenen Motivation ab, was du daraus machst. Man kann sich nicht nur auf andere verlassen, wenn man gesund sein will bzw. mit dem vorhandenen Material das beste machen will wie in meinem Fall 😉 .

Ich liebe das Reisen. Bis zu meinem 15 Geburtstag sind meine Eltern mit mir nie irgendwo hingefahren, weil es einfach nicht möglich war, mit dem eigenen Bauernhof zuhause und auch finanziell eine Herausforderung gewesen wäre. Da ich bis dato kinderlos bin, genieße ich meine Freizeit und Reise so viel wie möglich und meist auch auf sportliche Art und Weise. Trekkingreisen sind für mich eine ganz besondere Art zu Reisen, da ich meinen Bewegungsdrang und meine Lust auf das Entdecken eines Landes in einem Erfüllen kann. Wichtig ist auch, dass man im Leben die Menschen an der Seite hat, die diesen Wunsch akzeptieren und unterstützen. Ich kann mich glücklich schätzen, diese Menschen in meinem Leben zu haben, dass es mir trotz meinen Verpflichtungen möglich ist, diese Reisen anzutreten und somit Träume wahr werden zu lassen. So ist es auch absolut nicht selbstverständlich in einer Beziehung zu sein und dann trotzdem mal schnell für 2-3 Wochen allein in den Urlaub zu fahren. Ich habe einen solchen Partner, der Verständnis für meine Leidenschaft hat und mich dementsprechend unterstützt.

Gerade bin ich dabei die nächste Reise auszusuchen und ich bin selbst gespannt wohin mich der Weg führen wird.

Schneeschuhwanderung Dobratsch

Heute war ich mit einer ganz lieben Kollegin auf den Dobratsch zu einer Schneeschuhwanderung.

Was sollte aber passieren bevor man los geht?

Im Winter gibt zwei ganz wichtige Schritte die vor jeder Tour gemacht werden sollten.

Schaue den Wetterbericht für den gewünschten Berg an. Ich benutze hier für das Wetter App bergfex Wetter. Gestern konnte ich sehen dass heute zwischen zehn und 14:00 Uhr die Chancen gut standen bei Sonnenschein zu gehen.

Zweites absolutes machst do: schaue nach der Lawinensituation. Selbst wenn man sich sehr sicher fühlt auf den wegen so sollte man sich trotzdem der Lawinensituation im näheren Umfeld bewusst sein.

Wenn beide Voraussetzungen passen dann kontrolliertes Einpacken. Wenn man bisher nicht viel am Berg war, ist es immer gut sich Ratschläge von versierten Berggehern einzuholen.

Wenn man sich unsicher ist am besten eine Packliste schreiben um nichts zu vergessen.

Hier meine heutige Ausrüstung:

Dann kann’s auch schon losgehen und man kann den Berg genießen.

Sollte sich David Wettersituation wieder erwarten ändern oder ihr euch nicht mehr wohl fühlen dann brecht bitte rechtzeitig ab, soso dass ihr noch genug Kraft hat wieder ins Tal zu kommen beziehungsweise genug Zeit bevor ein Unwetter euch erwischt.

Ganz nach dem Motto Übermut tut selten gut sollte am Berg gehandelt werden.

Nun darf ich euch noch ein paar Bilder von heute zeigen von unserem wunderschönen Bergausflug.

Logbuch vom 14.09.2017

Meine Tage in Marokko neigen sich dem Ende. Gemischte Gefühle begleiten mich heute auf dem Weg – einerseits Freude auf meine Lieben zuhause und andererseits Wehmut, denn ein spannendes Abenteuer und das Entdecken eines für mich neuen Landes neigt sich dem Ende zu.

Heute gab es um 7 Uhr Frühstück, Regen und ein starker Wind begleiteten uns die ersten Stunden. 1024 Höhenmeter Abstieg und 100 Höhenmeter im Aufstieg war unsere heutige Etappe. Der erste Tag mit schlechtem Wetter, wir hatten wirklich Glück bis dato gehabt.

Wir bewegen uns also wieder in Richtung Zivilisation. Die erste richtige Dusche erwartet uns in dem „Hotel“. Nach fast 2 Wochen in den Bergen freut sich die Haut auf eine richtige Pflege. Befreien von dem Staub der Viertausender, befreien von dem Wildwuchs in diversen Körperregionen, eincremen nach dem Härtetest für den Körper in den letzten Tagen. Man kann sagen, ein wirklicher Genuss, den man hier wahr nimmt.

Es gibt hier auch ein WLAN, aber es ist dermaßen schlecht, dass nur eine kurze Nachricht in die Heimat gelangen kann, dass wir uns einigermaßen gesund in der Zivlisation eingefunden haben.

Wieder essen am Tisch, das war auch ein Luxus. Wie immer verwöhnte unser Koch uns mit lokalen Köstlichkeiten. Ich glaube ich habe noch nie so viel Gemüse in meinem Leben gegessen.

Abends kommt Khalid nochmals auf mich zu und meint zu mir, er habe sich in mich verliebt. Ich teile ihm mit, dass er ein ganz wunderbarer Mensch ist, aber dass ich meine Liebe schon gefunden habe und ich mir auch nicht vorstellen könnte mit ihm mehr als eine Freundschaft zu pflegen. Dann falle ich müde aber zufrieden in mein Bett – ein ungewohnter Luxus nach 8 Tagen dünner Matte.

 

IMG_4008

hier das einzige Regenfoto

DSC_0431

links neben mir sitzt Peter unser ältester Mitreisender, ich hoffe, dass wir nochmal eine Reise miteinader machen können

DSC_0430

ein kleiner Blick auf die Nachmittagsjause

Shake & Meditate

Heute ging es zum Shake and Meditate mit Ilse Grabner und Karl Edy.

Zuerst hieß es eine Stoffbrille aufsetzen und dann zu unterschiedlicher Musik hemmungslos zu tanzen. Die anderen konnten einen ja nicht sehen und daher war es egal wie man tanzte. Die Trainerin Ilse Grabner gab zwischendurch Anweisungen wie zum Beispiel alles raus zu lassen. Tja was soll ich sagen: wer mich persönlich kennt, weiß dass meine Familie auf Grund einer bösen Diagnose gerade sehr auf die Probe gestellt wird und dann alles raus zu lassen, heißt dann auch mal einfach loszuweinen. Denn auch das kann neue Energie und Kraft geben.

Anschließend gab es eine Meditation mit Karl Edy, den ich bereits bei einem Seminar genossen habe. Mittels Neuromusik über Kopfhörer schaffte er es auch diesmal wieder mich in eine andere Welt zu bringen, in der ich frei von Angst und Sorge war und neue Energie tanken konnte.

Also durchaus empfehlenswert dieses Seminar. Die beiden bieten nächste Jahr ein Intensivseminar auf Hawaii an … Sponsoren wanted 🙈 mit Delphinschwimmen und Entspannungstechniken aller Art. Sicher eine hammermäßige Erfahrung!

https://www.karledy.at/veranstaltungen/shake-meditate/

Logbuch vom 13.09.2017

Heute wäre Toubkal dran gewesen. Ich bin also früh morgens mit den anderen aufgestanden. Verquollene Augen, eine rinnende Nase und offensichtliches Fieber haben mich allerdings daran gehindert, heute den letzten der Viertausender mitzumachen. Wir bleiben heute zu dritt im Camp, denn auch 2 andere fühlen sich nicht fit um den Gipfel trotz geringer Höhenmeter und keiner technischen Schwierigkeit zu absolvieren. Im Endefffekt denke ich mir, dass dieser Gipfel jener ist, den viele Touristen raufgeschleppt werden und den ich nicht zwangsweise auf meiner gemacht Liste haben muss. Ich lege mich also nach dem Frühstück nochmals ins Zelt, kuschle mich in meinen Schlafsack und schlafe noch ein wenig um schnell wieder gesund zu werden (Anmerkung im Nachhinein: dies ist mir bis zuhaus nicht gelungen, auch wenn es etwas besser wurde).

Ich mache mir also mit den anderen – Jutta und Peter sind auch hier im Lager – einen entspannten Tag mit Karten spielen, ein wenig spazieren gehen und einen Kaffee in der naheliegenden Unterkunft.

Das Tal hier ist im Verhältnis schon sehr touristisch und daher sehr verschmutzt. Zudem scheint hier genau eine Windschleuse zu sein, denn es ist eisig kalt und ungemüdlich hier.

Die anderen kommen Mittag wieder vom Gipfelsturm ins Lager und wir verbringen zusammen einen gemüdlichen Nachmittag und Abend. Unsere Crew singt für uns noch einheimische Lieder und wir haben ein festliches Abendessen. Morgen wird unsere Mannschaft uns verlassen und auf die nächste Tour gehen.

IMG_3987IMG_3985IMG_3984IMG_3983

Logbucheintrag vom 12.9.2017

Vorweg ihr lieben Leser, es tut mir leid, dass ich euch so warten gelassen habe mit dem nächsten Beitrag, aber manchmal kommt es im Leben anders an man denkt und man hat ganz schnell andere Prioritäten im Leben.

Nichts desto trotz möchte ich euch weiterhin von meiner Reise oder auch meinen Wanderungen berichten, die ich erlebt habe und erleben werde … hier also der nächste Logbucheintrag meiner Marokko-Reise

1900 Höhenmeter rauf und 1100 Höhenmeter runter … inklusive Kletterpassage, die für eine meiner Mitstreiterinnen auf Grund Ausgesetztheit eine große Herausforderung darstellte.

Um 4:30 Uhr klingelte der Wecker, mein Weckruf sorgte dafür, dass alle in der Gruppe erwachten und wird uns pünktlich zum Frühstück einfanden. Morgens war es noch nicht klar, ob wir den Gipfel an diesem Tag wirklich machen sollten. Also ging es gemeinsam für alle auf den ersten Pass hinauf – 1250 Höhenmeter hatten wir bis dahin schon hinter uns gebracht. Wir gehen heute etwas langsamer, da Peter sehr angeschlagen ist und auch keiner weiß, wieviel uns heute noch an Höhenmetern erwartet. Eine kurze Diskussion in der Runde und wir beschließen den Gipfel heute in Angriff zu nehmen.

Jutta und Peter beschließen gleich den Abstieg zu nehmen mit unserem Koch, der Rest der Truppe geht rauf zum nächsten Pass. Leider hat eine unserer Gruppe sich am Weg rauf verknöchelt und bricht den Aufstieg ab. So gehts also minus 3 Personen weiter auf den Gipfel.

Ich habe zu kämpfen mit dem nun erhöhten Tempo, der Höhe und meiner angeschlagener Gesundheit. Aber ich bin eine Kämpfernatur wie meine Mutter und gehe weiter bis auch ich den Gipfel erreiche.

Auf dem Weg rauf wurde eine Person unserer Gruppe unserem Guide gegenüber sehr unfreundlich.  Er meinte er würde ihn von dem Fels runterschubsen, wenn er noch mal den falschen Namen verwenden würde. Naja ich habe mich auf jeden Fall fremdgeschämt und mich bei unserem Guide für diese Aussage entschuldigt, auch wenn nicht ich sie getätigt habe.

Mein Beschluss an dem Tag, ich muss französisch lernen, eine schöne Sprache ist das

Wetter: 1 Wolke gesehen

Stimmung: Verärgert müde und kränklich

Zitat des Tages: Macht euch bereit!

IMG_3955IMG_3929

Logbucheintrag vom 11.09.2017

Heute wurden wir belohnt mit einem herrlichen Bergsee.

Um 7:45 gab es ein wie üblich herrliches Frühstück am schönen Campingplatz. Mit Stühlen und Tischen war das Essen schon richtig ungewohnt. Das Frühstück war reichlich wie immer mit verschiedenen Marmeladen, eine Schokocreme, Müsli, Streichkäse, frisch gebackenem Brot, Orangensaft, Kaffee und Tee. Es mangelt uns kulinarisch wirklich an nichts, für jeden war einfach immer etwas dabei.

Heute ging es in angenehmen Tempo 700 Höhenmeter rauf.

Peter, unserem Mitstreiter, geht es nicht so gut, er hat große Probleme mit dem Rücken. Ich überlege schon wie ich ihm helfen kann, außer mit Schmerzmedikamenten, aber irgendwie habe ich kein Physiotape mit, um ihn mit einer Memorytape Auflage wieder gerade zu richten. Ich stell mir das sehr mühsam vor mit solchen Schmerzen zu wandern.

Wolfgang unser Lehrer kommt irgendwie nicht aus seiner Rolle raus und ist bemüht uns alle zu lehren und vor allem zu belehren. Aber wie schon Oscar Wilde feststellte:

Ich bin immer bereit zu lernen, aber nicht immer, mich belehren zu lassen.

Oscar Wilde

(1854 – 1900), eigentlich Oscar Fingal O’Flahertie Wills, irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor

In diesem Sinne krachten zwei Welten heute aufeinander. Wolfgang jener Mensch, der die neue Technik als böse hinstellte und dass man das alles nicht brauche und mich als technikbegeisterte Person, die auch gerne die Eckdaten einer Route wissen wollte um euch daran teilhaben lassen zu können.

Am Lac d’ifni angekommen, war ich begeistert von diesen wunderschönen Kontrasten der Landschaft und ärgerte mich doch tatsächlich darüber nicht die Systemkamera gekauft zu haben, die Photos nahe an denen einer Spiegelreflex machen hätte können ohne gleich so schwer zu sein. Naja ich habe trotzdem versucht, diese geniale Landschaft einzufangen.

Am See angekommen – es hatte ca. 35 Grad an diesem Tag – beschlossen wir Mädels den See zu testen und wagten uns in den Bergsee (Anmerkung im Nachhinein: Hätt ich mal nicht machen sollen, denn das hat meine Gesundheit nicht gerade verbessert 🙂 ) Wie die Bergseen nun mal so sind, hatte auch dieser nicht gerade Badewannentemperatur. Aber wir waren danach erfrischt und wieder sauber.

Das mit der Sauberkeit auf den Trekkingreisen ist ja so eine Sache. Man sollte nicht zimperlich sein. Es gilt das Motto zurück zur Natur – eine biologisch abbaubare Seife und ein Bach müssen im Normalfall reichen. Wenn man Glück hat, führ der Bach auch einigermaßen genügend Wasser um sich anständig zu reinigen. Ab und an kann man auch sein Shirt und co im Wasser ausschwemmen und waschen. Nach Rosenduft wird man wohl trotzdem nach ein paar Tagen nicht mehr riechen. Wenn man dann höher kommt, wird es kälter, somit wird auch die Wäsche immer weniger mutig und man tendiert zur Katzenwäsche. Eine gute Empfehlung ist es für gewisse Zonen Babyreinigungstücher mitzunehmen (Anmerkung: bitte nicht liegen lassen, sondern zum nächsten möglichen Entsorgungsbereich mitnehmen)

Abend rinnt und juckt die Nase nach wie vor wie verrückt. Eigentlich wäre für morgen kein Gipfel am Plan, es wird jedoch überlegt aus strategischen Gründen die Route zu ändern und morgen den Djebel Timesquida gleich mitzunehmen. Das würde bedeuten 1800 Höhenmeter circa rauf – soviel hab ich glaub ich noch nie gemacht – zumindest nicht aufwärts. Das wird besonders mit meinen gesundheitlichen Beschwerden eine große Herausforderung. Tour morgen also zuerst über den Pass Tizi n’quanoums und dann auf den 4000er Timesquida

Wir erfahren von Einheimischen, dass hier am See vor über einem Monat jemand ertrunken sein soll und bis dato nicht mehr nach oben gekommen sei. Na Gott sei dank hat er uns nicht hallo gesagt bei unserem Schwimmausflug.

Zitat: Der See ist so kalt (Gestik darf sich dazu jeder selbst vorstellen 😉 )

DSC07708DSC07709DSC07715DSC07722DSC07725DSC07726DSC07729

 

Logbucheintrag vom 10.09.2017

Heute ist glücklicherweise ein entspannter Tag. Um 07:30 gabs Frühstück mit Pancakes #besterkochderwelt 🙂

Die heutige Tagesetappe beträgt nur 4 Stunden Gehzeit, wovon nur 100 Höhenmeter aufwärts verlaufen und 1154 Höhenmeter runter. Der Weg war laut #garmin 10 Kilometer lang. Ich habe in der Nach noch den Fuß gelympht … da weiß man wieder wofür man mal die Ausbildung zum medizinischen Masseur gemacht hat. Danach eine schmerzlindernde Salbe drauf und nun ist der Knöchel so gut wie schmerzfrei. Morgens hatte ich kein Fieber, jedoch die Nase rinnt ohne Ende und ich bin schon ganz wund unterhalb der Nase. In der Nacht wehte ein eisiger Wind.

Nach unserer kurzen Tagesetappe gingen wir Mädels ins #hamam für Einheimische. Ein Erlebnis der besonderen Art.  Beim Eingang wäre man versucht gewesen, wieder umzudrehen, da es alles anders als schön und einladend war. Wir gingen also trotzdem rein in dieses dunkle Gebäude bewaffnet mit einem neu gekauften Hamam-Handschuh und zwei Packungen Hamam-Seife. Eine junge zart gebaute Frau erwartete uns bereits mit je einem Kübel warmen Wasser pro Person. Wir setzten uns also auf den Boden hin und die Frau begann uns nacheinander mit dem jeweiligen Handschuh und er Seife abzuschruben. Es war doch ein ganz anderes Erlebnis als die noble Version die ich bis dato beim Hotel #Hochschober auf der #Turrach erlebt hatte. Wir waren ca. 2 Stunden in dem Hamam bis wir alle fertig geschrubbt waren. Zum Schluss wurden wir noch mal mit einer Kübelfüllung Wasser abgeduscht und wurden dann im wahrsten Sinn des Wortes Quietschesauber entlassen.

Der viele Dampf im Hamam tat meiner Nase sichtlich gut und so konnte ich danach wieder gut atmen.

Unser heutiges Camp war ein nettes Camp am Fluß, mit einem kleinen Lokal dabei, wo man sich auch Limonade und Süßes kaufen konnte. Es gab Tische und Stühle um wieder in alter Manier zu essen. Die letzten Tage haben wir ja nach marokkanischer Art am Boden sitzend gegessen.

Unser Guide Khalid wollte mit mir abends die Stadt erkunden, ich verneinte und spielte mit den Mädels unserer Gruppe wieder mal Karten und wir tratschten fröhlich über Gott und die Welt. Dann ging es früh abends ins Zelt zum Schlafen um schnell wieder ganz gesund zu werden.DSC_0267DSC_0270DSC_0271DSC_0273DSC_0274

Logbucheintrag vom 09.09.2017

schön langsam aber doch zeigt Marokko seine härteren Zeiten .. 5:15 Frühstück … das ist einfach zu früh zum Essen, aber ich weiß, dass es wichtig ist, genug im Magen zu haben, um ein wenig Energie für den Gipfelsturm zu haben. Ich zwinge mich also trotz mangelndem Hunger zum Frühstück, wenn auch nur ein kleines.

Es geht also los. Es ist noch nicht wirklich hell, aber man kann den Weg auch ohne Stirnlampe schon erkennen. Die Sonne kommt schön langsam hervor. Ich merke schon früh morgens, dass ich nicht fit bin –  die Nase rinnt, der Hals kratzt und ich fange irrsinnig leicht zum Schwitzen an. Das waren keine guten Vorzeichen für die nächsten Tage.

Der Aufstieg war zuerst recht steil, nichts desto trotz war mir wahnsinnig kalt, dann wurde mir richtig heiß. Ich konnte nur erahnen, was mein Körper gerade durchmachte. Aber ich wollte wirklich auf diesen ersten 4000er rauf.

Ich kann Khalid heut nicht folgen, er ist heut einfach zu schnell für mich. Aber unsere deutschsprachige Reisebegleiterin und Bergführerin Nadine bleibt bei mir und geht mit mir in meinem Tempo rauf auf den Gipfel. Summit am Djebel Ifrouan!

Ein Wahnsinnsgefühl oben zu stehen, nachdem man glaubte, es nicht zu schaffen. Jutta, eine aus unserer Mannschaft, hat kurz unter dem Gipfel aufgegeben, auch sie hatte zu kämpfen, aber mehr mit dem Geröll.

Dann kam der Abstieg über eine Geröllrinne. Normalerweise kein Problem, aber wenn man bereits ziemlich angeschlagen ist, kann auch das zum Problem werden. So versuche ich die Rinne runter zu surfen und schwups eine Unachtsamkeit und Knöchel angeknackst.  Der restliche Abstieg gestaltete sich dann auf Grund der Gesamtumstände alles andere als lustig.

Um viertel 2 kamen wir nach 6 statt geplanten 8 Stunden im Camp an, wo uns Peter einer unserer Mitreisenden, der den ersten Viertausender ausgelassen hatte, bereits erwartete, um von uns zu erfahren, wie es denn gewesen war.

Beim Aufstieg hatte mein Handy kurz Empfang und ich freute mich über eine Nachricht von zuhause und dass alle offenbar wohl auf waren.

Abends verschlimmerte sich die gesundheitliche Situation. Nachdem Khalid uns ein Berber-Märchen nach dem Abendessen vorgelesen hatte, bin ich mit relativ hohem Fieber, starken Halsschmerzen und Kopfschmerzen auf meine Matte im Schlafsack eingeschlafen.

Zum Abendessen gab es Berber-Nudeln, das sind Fadennudeln, wie man sie bei uns aus der Suppe kennt, mit Zimt, Zucker und geriebenen Nüssen abgeschmeckt, war wirklich gut, trotz meiner Abgeschlagenheit.

Zitat des Tages: Nit mei Tag!

IMG_3896

Summit am Djebel Ifrouane

IMG_3898

Knöchel angeschwollen nach Geröllrinne

IMG_3903

nachts im Zelt mit Fieber